POLLENSA WOHNUNGEN
Situation: Pollensa Bebaute Fläche: 1.566 m2 Grundstücksfläche: 1.842 m2 Projekt: 2018 Ende der Arbeit: 2024

Das Projekt befindet sich in Port de Pollença im Bereich Es Pinaret, einer Umgebung, die durch den geschützten Pinienwald geprägt ist, der die landschaftliche Identität des Ortes bestimmt. Das Grundstück, eingebettet in ein gemischtes städtisches Gefüge aus Wohn-, Tourismus- und Hotelnutzungen und in vierter Meereslinie gelegen, umfasst eine Anlage von zehn Reihenhäusern, die durch Integration, Orientierung und Nachhaltigkeit mit dem Kontext in Dialog treten.

Der Entwurf organisiert die Hauptbereiche nach Süden: Wohnzimmer, Esszimmer und Küche sowie Terrassen, Pergolen, Pools und Gärten, die als Erweiterung des Innenraums gedacht sind. Die Nordfassade mit offenen Höfen definiert den Übergang zwischen öffentlichem und privatem Raum und nimmt die Zugänge zu den einzelnen Häusern auf, wodurch ein einladender Übergangsbereich entsteht.

Das Innere fördert eine durchgängige Raumwahrnehmung. Vom Eingang aus erschließt ein Verteiler die Treppe, ein Schlafzimmer oder Arbeitszimmer sowie ein Gäste-WC und eröffnet gleichzeitig den Blick auf das gesamte Erdgeschoss: Küche, Ess- und Wohnbereich öffnen sich zur Terrasse, Pergola, Pool und Garten. Die leichte Treppe mit Metallstruktur und Holzstufen fungiert als Lichtschacht und verbindet die Ebenen visuell. Im Obergeschoss befinden sich zwei Doppelzimmer mit gemeinsamem Bad und in einigen Einheiten eine Waschküche sowie ein Hauptschlafzimmer mit eigenem Bad und südorientierter Veranda. Das Dach dient als Solarium und Aussichtspunkt mit Blick auf Berge und Landschaft.

Die Nähe zum Grundwasserspiegel verhindert den Bau eines Untergeschosses; die Parkplätze werden oberirdisch integriert, wobei bestehende Bäume erhalten und neue in die Gesamtplanung eingebunden werden.

Die Energieeffizienz basiert auf passiven Strategien: thermische Speichermasse der Struktur und Außenwände, durchgehende Gebäudehülle mit WDVS sowie Sonnenschutz durch Fensterläden, Veranden, begrünte Pergolen und bewegliche Verschattungen. Die Südausrichtung nutzt solare Gewinne im Winter und reduziert sie im Sommer. Eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung gewährleistet Luftqualität ohne Energieverluste. Zudem ermöglicht die Nähe zum Meer die Nutzung der Meeresbrise („l’embat“), die durch Gitterwände zwischen Höfen und Gebäuden geleitet wird, Außenräume kühlt und Querlüftung erzeugt.

Der Außenraum und die Landschaft werden als Fortsetzung des Projekts verstanden. Es werden möglichst viele Pinien erhalten und mediterrane, wasserarme Pflanzenarten ergänzt: Orangen- und Zitronenbäume in privaten Gärten, Olivenbäume und schattenverträgliche Pflanzen in den Zugangsbereichen sowie Zürgelbäume im Parkplatzbereich, die Schatten und Kontinuität schaffen.

Abschließend bietet das Projekt Flexibilität für die Nutzer, indem es die Personalisierung von Küchen, Bädern und Oberflächen ermöglicht, ohne die architektonische Kohärenz zu beeinträchtigen.

Die Kombination aus passiven Strategien, baulicher Effizienz, natürlicher Belüftung, Nutzung der Meeresbrise und landschaftlicher Integration führt zu einem hoch effizienten Gebäude mit nahezu null Energieverbrauch und praktisch keinen CO?-Emissionen, das Komfort, Flexibilität und Umweltqualität auf allen Maßstabsebenen vereint.